Müllsammelaktion befreit Gletschergebiet von Altlasten

Groß angelegte Müllsammelaktion auf den Gletschern im Gebiet des Stilfserjochs. Foto: LPA/Forststation Schlanders
Im Gebiet des Stilfser Jochs ist zwischen Donnerstag, 16. Juli, und Samstag, 18. Juli, eine groß angelegte Säuberungsaktion auf den Gletschern durchgeführt worden. Beteiligt waren Freiwillige aus der Provinz Lecco, Forstarbeiter des Landesforstdienstes sowie weitere Einsatzkräfte und lokale Partner.

Ausgangspunkt der Initiative war eine Anfrage einer bergbegeisterten Gruppe aus Lecco an das Forstinspektorat Schlanders vor zwei Jahren. Der Landesforstdienst unterstützte das Vorhaben nach eigenen Angaben von Beginn an. Bereits früher hatten Forstarbeiter in regelmäßigen Abständen Abfälle eingesammelt und abtransportiert. Durch das weitere Abschmelzen der Gletscher wurden nun erneut größere Müllmengen freigelegt, vor allem unterhalb der Naglerspitze und am Madatschferner unterhalb der Livrio-Spitze.
Mehrere Organisationen beteiligt
Koordiniert wurde die Aktion von der Leiterin der Forststation Prad, Barbara Folie. Im Einsatz standen neben den Freiwilligen um Giovanni Calvi und Cesare Mauri aus Lecco auch Forstarbeiter des Landesforstdienstes unter der Leitung von Vorarbeiter Fabian Stecher.

Unterstützung kam außerdem von der Bergrettung der Finanzpolizei aus den Kasernen Schlanders und Bormio. Auch die beiden Liftbetreibergesellschaften im Gebiet des Stilfser Jochs wirkten an der Aktion mit. Weil ein Teil der Ablagerungen in schwer zugänglichem Gelände lag, wurde das gesammelte Material teilweise mit einem Hubschrauber abtransportiert. Die fachgerechte Entsorgung übernahmen anschließend die Gemeinden Stilfs und Bormio gemeinsam.

Klimawandel macht Altlasten sichtbar
Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher wertete die Aktion als Beispiel für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Südtirol und der Lombardei. Ziel aller Beteiligten sei es, die Hochgebirgslandschaft im Ortlergebiet von Altlasten zu befreien und damit zum Schutz des sensiblen Naturraums beizutragen.

Nach Angaben des Forstinspektorats sollte die Aktion auch auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen. Die freigelegten Abfälle zeigten, welche Spuren menschliche Aktivitäten selbst in hochalpinen Regionen hinterlassen können. Zugleich mache der Einsatz deutlich, wie wichtig das Zusammenspiel von Freiwilligen, Behörden und lokalen Institutionen für den Schutz der alpinen Umwelt sei.




